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Nastassja Schell: Das Jagdhaus-Erbe von Maximilian Schell in Kärnten

Veröffentlicht am 02. November 2026 · Von Mariam Nazir · Blog
Nastassja Schell: Das Jagdhaus-Erbe von Maximilian Schell in Kärnten

Sie suchen verlässliche Informationen über Nastassja Schell und die Versteigerung des berühmten Jagdhauses ihres Vaters in Kärnten? Im Netz stoßen Sie auf bruchstückhafte Berichte, die mehr Fragen aufwerfen als beantworten. Dieser Leitfaden bündelt alle geprüften Fakten zum Anwesen, zum Auktionsverfahren und zum kulturellen Erbe der Familie Schell — klar strukturiert, vollständig und an einem einzigen Ort für Sie aufbereitet.

Wer ist Nastassja Schell?

Nastassja Schell ist die Tochter des österreichisch-schweizerischen Schauspielers und Oscar-Preisträgers Maximilian Schell. Sie wuchs im Umfeld einer der bekanntesten Künstlerfamilien des deutschsprachigen Raums auf und kennt die Welt des Films und Theaters seit ihrer Kindheit.

Ihr Vater prägte das europäische Kino über fünf Jahrzehnte und hinterließ ein umfangreiches kreatives Vermächtnis. Nastassja Schell verwaltet dieses Erbe heute mit großer Sorgfalt und trifft Entscheidungen, die den Wünschen ihres Vaters gerecht werden.

Die Familie Schell: Eine Dynastie der Schauspielkunst

Die Familie Schell gehört zu den prägendsten Künstlerdynastien der deutschsprachigen Film- und Theatergeschichte. Maximilian Schell gewann 1962 den Oscar für seine Hauptrolle in „Das Urteil von Nürnberg” und zählte damit zu den jüngsten Preisträgern seiner Zeit.

Seine Geschwister Maria und Carl Schell standen ebenfalls vor der Kamera. Die Kinder, darunter Nastassja Schell, wuchsen zwischen internationalen Filmsets, Theaterbühnen und dem ländlichen Rückzugsort in Kärnten auf. Diese einzigartige Mischung aus Weltläufigkeit und Erdverbundenheit prägt die Familie bis in die Gegenwart.

Maximilian Schell und sein Leben in Kärnten

Maximilian Schell entdeckte die stille Region um die Hebalm im Süden Kärntens als persönlichen Kraftort. Ab den 1980er-Jahren verbrachte er dort einen Großteil seiner Zeit, weit entfernt vom Rampenlicht Hollywoods und der europäischen Filmpremieren.

Auf dem Familienhof in Preitenegg nahe der Hebalm fand er die Ruhe und Abgeschiedenheit, die er für seine kreativen Projekte brauchte. Bis zu seinem Tod im Jahr 2014 blieb Kärnten sein wichtigster Lebensmittelpunkt und sein liebster Rückzugsort.

Das Jagdhaus in Oberpreitenegg: Ein Kunstwerk aus Holz und Stein

Direkt in der Nachbarschaft des Familienhofs ließ Maximilian Schell ein Jagdhaus errichten, das weit über ein gewöhnliches Gebäude hinausgeht. Er plante und begleitete den gesamten Bau ab Mitte der 1980er-Jahre persönlich und betrachtete das Vorhaben als eines seiner wichtigsten künstlerischen Projekte.

Tochter Nastassja Schell beschreibt die Bauphase als intensive Schaffensperiode ihres Vaters: Er war bei jedem einzelnen Handgriff anwesend und dirigierte die Handwerker wie ein Regisseur seine Schauspieler. Das Ergebnis ist ein Haus mit unverwechselbarer Atmosphäre, eingebettet in die Almlandschaft auf über 1.000 Metern Seehöhe.

Die Auktion des Jagdhauses: Ablauf und Hintergründe

Im Dezember 2021 entschied sich Nastassja Schell, das Anwesen öffentlich versteigern zu lassen. Der Auktionstermin war der 18. Dezember 2021, und der Startpreis lag bei 215.000 Euro zuzüglich Auktionsgebühr.

Ihr Beweggrund war ebenso pragmatisch wie emotional nachvollziehbar: Das Haus sei für eine Einzelperson schlicht zu groß, und es verdiene Bewohner, die es dauerhaft mit Leben füllen. Die Versteigerung umfasste das Gebäude samt rund einem Hektar Grund in absoluter Alleinlage.

Architektur und Details: Die Handschrift des Oscar-Preisträgers

Das Jagdhaus trägt in fast jedem Raum die unverkennbare persönliche Note von Maximilian Schell. Fünf Jahre lang suchte er nach dem perfekten Kaminofen für das Wohnzimmer, bis er endlich das passende Stück fand.

Den Stiegenaufgang ins Obergeschoß ließ er mehrfach umplanen und komplett neu errichten, bis er seinen ästhetischen Vorstellungen entsprach. Manche Möbel und Gestaltungselemente entwarf er zunächst als Styropor-Modelle, bevor Handwerker sie in echtem Holz umsetzten. Einige dieser Prototypen befinden sich noch heute im Haus und zeugen von seinem detailversessenen Schaffensprozess.

Eckdaten des Anwesens im Überblick

MerkmalDetail
LageOberpreitenegg, Nähe Hebalm, Bezirk Wolfsberg, Kärnten
SeehöheÜber 1.000 Meter
WohnnutzflächeCa. 274 m²
KellergeschoßCa. 118 m²
GrundstücksflächeCa. 10.422 m²
GebäudestrukturZweigeschossiger Haupttrakt, Gästetrakt, Kellergeschoß
RäumeJagdstube, Bibliothek, Küche, 6 Zimmer, 3 Bäder
Heizung3 Kamine, 1 Kachelofen, Ölzentralheizung mit Fußbodenheizung
VersorgungStromanschluss, eigene Quelle, Sickergrube
ZufahrtPrivatstraße über Weggemeinschaft
Rufpreis215.000 Euro zzgl. 3 % Auktionsgebühr

Diese Eckdaten verdeutlichen, warum das Anwesen als außergewöhnliches Objekt auf dem Kärntner Immobilienmarkt gilt. Die Kombination aus Alleinlage, Wohnfläche und persönlicher Bauhistorie findet sich in dieser Form nur äußerst selten.

Der Keller im Fels: Sauna, Pool und offene Visionen

Eine besondere Überraschung verbirgt sich im Untergeschoß des Jagdhauses. Der Keller wurde teilweise direkt in den gewachsenen Fels gesprengt — ein baulicher Aufwand, der den gestalterischen Ehrgeiz von Maximilian Schell eindrucksvoll unterstreicht.

Dort plante er eine Natursauna mit eigenem Kaminofen und einen Pool. Diese Bereiche blieben zu seinen Lebzeiten unvollendet. Nastassja Schell sieht darin eine besondere Chance für neue Eigentümer: Sie können die Vision ihres Vaters vollenden und dem Haus den letzten Schliff geben, den er selbst nicht mehr erlebte.

Der Jedermann-Stab: Ein Stück lebendige Theatergeschichte

Neben dem Jagdhaus bot Nastassja Schell ein weiteres Erinnerungsstück aus dem Nachlass ihres Vaters an: den Jedermann-Stab, den Maximilian Schell 1978 bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne verwendete.

Dieses historische Requisit ging im Rahmen einer österreichweiten Benefizauktion für „Licht ins Dunkel” an den Höchstbietenden. Die Verbindung zwischen dem Schell’schen Erbe und sozialem Engagement zeigt, wie die Familie ihren Namen bewusst und verantwortungsvoll für gemeinnützige Zwecke einsetzt.

Nastassja Schell und der Umgang mit dem väterlichen Erbe

Den Nachlass einer berühmten Persönlichkeit zu verwalten, erfordert viel Fingerspitzengefühl und emotionale Stärke. Nastassja Schell geht diese Aufgabe mit Respekt, Pragmatismus und einem klaren Blick für das Wesentliche an.

Sie betont öffentlich, dass das Jagdhaus bewohnt werden sollte, statt leer zu stehen und langsam zu verfallen. Gleichzeitig bewahrt sie persönliche Erinnerungsstücke und wählt sorgfältig aus, welche Objekte in öffentliche Hände gelangen. Dieser Balanceakt zwischen Loslassen und Bewahren kennzeichnet ihren gesamten Umgang mit dem familiären Erbe.

Kärnten als Rückzugsort für Künstler und Kreative

Die Region um die Hebalm zieht seit Jahrzehnten Kreative an, die Abgeschiedenheit und Naturverbundenheit suchen. Die weite Landschaft zwischen Almwiesen, Bergwäldern und stillen Tälern bietet eine Kulisse, die den kreativen Prozess nachweislich fördert.

Maximilian Schell war dabei kein Einzelfall. Zahlreiche Schriftsteller, Musiker und Schauspieler fanden in Kärnten einen willkommenen Gegenpol zum hektischen Kulturbetrieb der Großstädte. Das Jagdhaus der Familie Schell steht heute symbolisch für diese lange Tradition des künstlerischen Rückzugs in den österreichischen Alpen.

Was bedeutet die Versteigerung für den regionalen Immobilienmarkt?

Die Auktion eines Prominenten-Anwesens erzeugt überregionale Aufmerksamkeit, die weit über den lokalen Markt hinausreicht. Immobilien in Kärntner Alleinlagen erreichen selten derart hohe Sichtbarkeit in Fachmedien und überregionaler Tagespresse.

Der Rufpreis von 215.000 Euro für über 10.000 Quadratmeter Grund und knapp 400 Quadratmeter Gesamtfläche lag deutlich unter vergleichbaren Objekten in ähnlicher Lage. Die emotionale Aufladung durch die Bauhistorie und den berühmten Vorbesitzer macht den tatsächlichen Marktwert für Sachverständige nur schwer kalkulierbar.

Ihr nächster Schritt

Das Jagdhaus in Oberpreitenegg bleibt ein einzigartiges Zeugnis der Schaffenskraft von Maximilian Schell und der österreichischen Kulturgeschichte. Nastassja Schell hat mit der Versteigerung einen mutigen Weg gewählt, der dem Anwesen eine lebendige Zukunft gibt, statt es dem langsamen Verfall preiszugeben.

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Geschrieben von Mariam Nazir

Gründerin des Kassel Ladies Market. Expertin für nachhaltige Mode und Damen-Flohmärkte in Nordhessen.

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